22. Juli 2010
die Politikwissenschaft schon 1346 in voller Blüte gestanden hätte.
Stellen wir uns folgende Scene vor. Wir schreiben den 27.August 1346. In einem Schloss in Frankreich wurde eilig eine Rednerbühne errichtet. Der ganze Saal ist voller Miniaturmaler, Kopisten, Schreibern und reisenden Herolden. Dann betritt Phillip der VI mit seinem Stab die Bühne. Die Minaturmaler erleuchten Fackeln und fangen hektisch an um die beste Position für ein Bild zu kämpfen.
Schon kommt die erste Frage:
Schreiber: “König Phillip wie konnte es zu dieser verheerenden Niederlage kommen ?”
Phillip: ” Zuerst einmal möchte ich allen danken, die uns bei Crecy Ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Und nun zu Ihnen. Von einer wirklichen Niederlage kann keine Rede sein. Natürlich haben wir einige Verluste erlitten, aber in den nächsten Tagen werden mein Stab und ich die Situation ausführlich untersuchen und bewerten.
Schreiber: “Aber die Opposition spricht von einem Sieg ?”
Phillip: “Nun das kann schon sein, aber betrachen Sie einmal woher unsere Verluste kommen ? Wir haben uns in unserer Ausrichtung zu sehr auf unseren italienischen Koalitionspartner verlassen. Und wie Sie sicher wissen haben wir Vereinbarungen getroffen, die unser Partner nicht gehalten hat. Daher kann nicht wirklich von einer Niderlage der französischen Partei gesprochen werden, sondern vielmehr von einer Niederlage unseres Koalitionspartners. Wir haben weiterhin starken Rückhalt in der Bevölkerung
Schreiber: “Also ist die Koalition in sich zerstritten ?”
Phillip: “Diese Interpretation ist sicherlich übertrieben. Unsere kleineren Koalitiospartner aus Luxemburg und Deutschland haben uns auch in diesem schwierigen Kampf die treue gehalten. In sich ist unsere Koalition stark und gefestigt.”
Schreiber: “Aber mit Johan von Luxemburg und Rudolf von Lothringen haben doch zwei wichtige Personen ihre Regierung verlassen ?”
Phillip: “Dies war ihre persönliche Entscheidung und ich möchte hier noch einmal die Gelegenheit nutzen, mich für die langjährige Zusammenarbeit zu bedanken und bedauere natürlich Ihr Ausscheiden aus der Regierung. Aber dies sind rein persönliche Gründe die ich akzeptieren kann und muss.”
Schreiber: “Aber woher kommen die Verluste.”
Phillip: “Ich kann ihnen versichern das dies nicht an unserem Programm lag. Vielmehr hat die englische Partei einen sehr schmutzigen Wahlkampf geführt, auf den wir uns in keiner Weise einlassen wollten. Es ist schlechter politischer Stil, einen Kampf zwischen zwei Parteien in einer Schlammschlacht ausarten zu lassen. Außerdem ist es dem französischen Volk nicht zuzumuten, nach englischer Manier sich auf einem Mob von der Straße zu verlassen. So macht man keine Politik. Unsere Politik ist auf Erolg und langfristen Bestand ausgelegt.”
Schreiber: “Einige Analysten meinen, daß eine Frau an der Spitze der Wahlkampfmannschaft den Sieg möglich machen könnte ? Vielleicht sogar eine Frau die die Sprache der einfachen Bürger spricht ? ”
Phillip: “So viel kann ich Ihnen versichen, Frankreich wird niemals auf eine bürgerliche Frau angewiesen sein, um seine politischen Grundsätze zu verwirklichen. In den nächsten Wahlkämpfen werden Sie sehen, daß unsere Taktik und unser Programm erfolgreich sein wird. In 10 Jahren wird es eine Neuauflage der Debatte geben. Wir werden mit unseren Freunden aus Schottland das Problem auf eine europäische Ebene bringen. Und schon jetzt kann ich Ihnen den Erfolg unsers Programms garantieren.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.”