Category Archives: Buch der Woche

Hier stelle ich euch einmal pro Woche ( ja ja oder länger oder kürzer, aber irgendwas mußte ich ja schreiben ) ein Buch aus dem Bereich Mittelalter vor

Kleidung im Mittelalter

Das Buch der Woche ist Heute :
Kleidung im Mittelalter.
Materialien -Konstruktion-Nähtechnik
Ein Handbuch von Katrin Kania.

Wenn ich mal ehrlich bin fällt es mir schwer etwas zu dem Buch zu schreiben. Ich hatte wahrscheinlich etwas zu hohe Erwartungen oder auch eben nicht.

Die Autorin ist zu loben für Ihre Fleißarbeit. Es gibt kaum ein Thema das nicht am Rande erwähnt wird, aber da haben wir auch schon das erste Problem. Vieles wird nur am Rande erwähnt. Zu Recht wie ich finde, den es ist fast unmöglich alle Aspekte der mittelalterlichen Kleidung in ein Buch zu packen. Aber was ist das Buch ?
Es ist etwas Medieval Taylor Assistant, etwas Lehnart, etwas Woven into the earth. Eine Mischung aus allem mit teilweise gleichen Inhalten, aber trotzdem finde ich, daß das Buch seine Berechtigung hat. Es führt den Laien oder Nachwuchs Reenactor recht sanft an die Materie ran und wer möchte, der kann sich die ausführlicheren Bücher immer noch kaufen. Also nix für den hardcore Authentiker, aber für den Anfänger oder faulen Leser gut gemacht.

Ich gebe 6,5 Schildkröten

Spectaculum Mundi Medievalis

Unser Buch der Woche ist dieses mal ein Hörbuch.

Eigentlich ein eher ungewöhnliches Format für ein ” Fachbuch”,aber ich muss sagen, ich bin recht angenehm überrascht. Der Autor Dr. Stephan Warnatsch, trägt mit angenehmer Stimme und lockerer Sprache verschiedenste Aspekte des Mittelalters vor. Man darf allerdins nicht erwarten, das kleinste Aspekte des Mittelalters dezidiert erklärt werden. WZWR spielt in den Buch keine Rolle, aber das erwartet glaube ich niemand bei 3 CD´s.

Der sehr aufmerksame Reenactor wird den einen oder anderen kleinen Fehler finden, aber insgesamt ist der Autor sehr fachkundig und die Auswahl von Zitaten und Quellen ist gut gelungen.  Insgesamt eine spannende Sache für eine längere Autofahrt nach Kanzach oder zu einer Austellung. Der Preis des Buches ist fair und ich finde die Idee, “Fachinformationen” in lockerer Sprache auf CD zu bringen echt gut.
Das Buch ist sowohl für für Hörer mit und ohne Vorbildung gut geeignet udn unterhaltsam

Der Titel ist zweiteilig und ich freue mich auch schon auf die nächsten CD´s

Ich gebe 7,5  von 10 Schildkröten

1 Schildkröte gibt es Abzug, weil zwischen den Kapiteln Musik ala Blutschrey qäult den Gruselsack gibt. Zum Glück allerdings immer sehr kurz.

Das Zeichen des Sieges

Diesen schönen martialischen Titel trägt das neue Buch von Bernard Cornwell. Cornwell sollte eigentlich fast jedem ein Begriff sein, als einer der wenigen guten Schreiber von Historienromanen. Aus seiner Feder stammen unter anderem die Sharp Romane, Der Winterkönig oder die Arthus Chroniken.

Worum geht es in dem Buch ? Grob um die Schlacht von Agincourt und den Erlebnissen eines englischen Bogenschützen. Das war es im Grunde auch schon. Es ist halt ein Cornwell. Kennt man einen kennt man alle, denn der Stil und die Machtart ist halt in jedem Buch irgendwie gleich. Nichts desto trotz hat er eine sehr gute flüssige Schreibe, er recherchiert wirklich gut udn hat einen wunderbaren Stil wenn es darum geht Details zu beschreiben. Zum Inhalt muss wirklich nicht mehr gesagt werden, den das Ende der Geschichte kennt ja nun mal jeder.
Eigentlich ein Prima Buch udn ein tolles Weihnachtsgeschenk ABER: Wie in vielen von COrnwells Büchern ist auch die Beschreibung von Grausamkeit und Gewalt recht detailverliebt, wer also so was nicht gut haben kann, der sollte es nicht kaufen und zum anderen ist die deutsche Übersetzug ebenso grausam wie die Handlung des Buches, oder um beim Thema zu bleiben, die hatten nen Pfeil im Kopp.

Bodkin wird übersetzt mit Ahlspitze, Surcot mit Wappenrock, Hose and Garter mit Kniehosen, Brodhead mit Breitkopf, Padded Jaclk mit Steppjacke. Nur um mal ein paar Highlights zu nennen. Wer des englischen mächtig ist sollte besser das Origanl lesen. es macht die geschicht eim deutschen nicht schlechter, aber für den Leser mit Vorbildung kriegt man bei einigen Wortfindungen des Übersetzers schon Augenzucken

Insgesamt aber 6,5 Schildkröten für die deutsche Version und seven Turtles für die englische

The great warbow

Was kommt wohl dabei raus, wenn ein Engländer mittleren Alters in Tweed Jacke und ein Schauspieler aus einer grausam langweiligen Fernsehserie ein Buch zusammen schreiben ?

Ein extrem Gutes !
Bei den Authoren handelt es sich um Dr. Matthew Strickland ein Experte für mittelalterliche Geschichte und Kriegsgeschichte und Robert Hardy ( Siegfried aus der Doctor und das liebe Vieh ). Robert Hardy ist Mitglied des Mary Rose Trust und ist für seine Arbeit zum CBE ernannt worden.

Aber nun zum Buch. Wie es der Titel nicht anderes vermuten läßt, geht es um Bögen und zwar vor allem im Fokus als Kriegswaffe. Eigentlich nichts neues würde man sagen, aber in diesem Buch ist alles kompakt, was man sich sonst aus 100 kleinen Quellen zusammenzusuchen muss. Alle Aussagen sind mit den entsprechenden Quellen hinterlegt und auch die Bildquellen sind gut aufgearbeitet.

Das Buch geht nach einer generellen Einführung zu Pfeil und Bogen zu den unterscheidlichen Zeiten über. Von Hastings bis zu Heinrich VII, wobei sich die Zeitline an der Verwendung und Quellen zu Pfeil und Bogen entlangzieht.

Viel besser kann man es nich machen und für jeden “mittelalterlichen Bogenschützen ” ist es Pflichtlektüre

9 von 10 Schildkröten

Romane für Reenactor

Warum hat eigentlich noch kein Reenactor einen Roman geschrieben ? Wir haben doch alles was man braucht. Fachwissen,sprachliche Kompetenz und das Geltungsbewußtsein einer Supernova.
Vielleicht kann man ja einen Kettenroman schreiben ?

Johann fluchte und zog die Gugel tiefer ins Gesicht. "Verdammte Kölner" grummelte er leise. "Nicht nur schlechte Straßen auch noch schlechtes Wetter". Johann trieb seine Ochsen mit der Peitsche zur Eile an und sein Wagen rumpelte weiter Richtung Aachen. Das nasskalte Herbstwetter machte Ihm zu schaffen. Seine Knochen schmerzten und nicht einmal der Gedanke an die guten Geschäfte die er sich in Aachen erhoffte konnte seine Stimmung verbessern. Stunden um Stunden zockelte er mit seinem Wagen den vom Regen schlammig gewordenen Pilgerweg entlang. Vorbei an alten Eichen und kleinen Höfen, deren rauchende Schornsteine ihn daran erinnerten, daß er wohl noch mindestens 2 Stunden bis zur nächten Herberge würde warten müssen. Die Herberge an der Linde, die er vor 2 Stunden passierte besuchte er nicht. Jeder Händler wußte, daß der Wirt schlechtes Bier zu hohen Preisen an die Pilger verkaufte und man sich Nachts mehr um sein Geld, als um guten Schlaf sorgen mußte.

"Zumindest das Hamburger Bier werde ich gut verkaufen", grummelte Johann in seinen struppigen Bart.  "Gut das die Aachner Gruut so schlecht ist. Saufen können Sie hier, aber vom Brauen verstehen sich nichts."  Tief in Gedanken über die kommenden Geschäfte versunken, näherte sich der Kaufmann der lang ersehnten Herberge."  Viel betrieb schien nicht zu sein, denn der Knecht des wirtes war sofirt zur Stelle um den Ochsen zu tränken und dem neunen Gast die tür zu öffnen. " Vorsichtig mit dem Wagen" herrschte Johann den Knecht an. " Wenn die Ware beschädigt wird, werde ich dich bis nach Greifbach prügeln".  Sein Zorn verflog jedoch schlagartig, als er den Geruch von gesottenem Hühnerfleisch warnahm."

Das leuchtende Mittelalter

Das Buch der Woche ist : “Das leuchtende Mittelalter” von Jacques Dalarun ( Hrsg. )

Bücher mit Miniaturen gibt es viele, nur dieses spezielle Buch liefert unglaublich detailreiche und vergrößerte Bilder von verschiedenen Handschriften. Das Spektrum reicht vom 9 Jahrhundert bis ins 15 Jahrhundert, wobei der Fokus auf dem Spätmittelalter liegt.  Das Buch gliedert sich in einzelne Kapitel des mittelalterlichen Lebens, allerdings nicht im Sinne einer historischen Beschreibung, sondern aus Buchmalerischer Sicht. Ein nicht uninteressanter Ansatz, allerdings auch kein großer Wurf. Prächtig machen diesen Band die Bilder: Wunderbar detailreich, vergrößert und origineller ausgewählt als in vielen vergleichbaren Büchern.

Tolles Buch zum schnuppern mit vielen vielen gut sichtbaren Details

7  von 10 Schildkröten

Sterben für Jerusalem

Unser neues Buch der Woche ist: Sterben für Jerusalem. Der erste Kreuzzug von Dieter Breuers.

Ich habe das Buch gelsen und ich kann nur sagen:” Ich weiß nicht so recht. Das Buch pendelt zwischen Fachbuch, Mittelalterroman der übelsten Sorte, nettem Mittelalterroman und Mediavistik Porno.

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Sölderleben im Mittelalter

Über Gery Embleton und seine Company of St. George braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen.

Sowohl Person als auch Gruppe sind in der Scene ja lebende Legenden. Aber nun zum Buch. Das Buch besteht hauptsächlich aus vielen Farbfotos und Kommentaren.  Aber gerade das macht die Qualität des Buches aus. Die Bilder und Scenen sind großartig gestellt und die Hintergrundinformationen sind allgemeinverständlich und kurzweilig geschrieben. Ob sich hier und da Fehler eingeschlichen haben, oder ob die gezeigte Ausrüstung den aktuellen Wissenstand wiedergibt mag ich nicht zu beurteilen. Ich persönlich finde das Buch sehr kurzweilig und würde mir wünschen, daß es ähnliche Bücher auch für andere Zeiten gibt.

Was das Buch aber zu einem meiner Favoriten macht sind folgende Sätze: "Papa, Ritter gucken." Papa, Ritter vorlesen" und Papa da ! Ritter ! Die sagt mein 2,5 Jahre alter Sohn immer wenn er das Buch aus dem Regal zieht.

Deshalb gebe ich 8,5 von 10 Schildkröten und mein Sohn 9 von 10 Nasenbären

Der gefiederte Tod

Geiler Titel oder ?

Ich seh es schon vor mir ! Mel Gibson in der Hauptrolle, Leonardo di Caprio als der Schurke mit dem schwarzen Mantel und DiDi Hallervorn als jungendlicher Liebhaber der Königin ( gespielt von Mel Gibson ). Ok ! Ähnlich gut wie meine Ideen für einen Film ist dieses Buch.  Es ist im Grunde nichts anderes, als ein schlecht geschriebenes durchhecheln verschiedener Schlachten mit englischer Beteiligung. Viele Fakten werden präsentiert, ohne die Behauptungen zu beweisen, Fußnoten werden spärlich eingesetzt und Rechtschreibung und Grammatik sind teileweise ähnlich schlimm wie in diesem Blog. Die Abbildungen sind größtenteils Nachzeichnungen in schwarz weiß und präsentieren nur die ollen Kamellen die jeder, der schon ein anders Buch über den Langbogen gelesen hat kennt.  Als Buch über englische Geschichte des Mittelalters geht es mit einigem Wohlwollen, als Buch über die Geschichte des Langbogens so gar nicht

Also ein Buch was in jedem Regal fehlen sollte.

Der mittelalterliche Baubetrieb

Der mittelalterliche Baubetrieb in zeitgenössischen Abbildungen ist das neuste Buch was ich besprechen möchte. Der Author Günther Binding ist wahrscheinlich der Experte für mittelalterliche Bauweisen in Deutschland. Um so erstaunlicher, daß kein Text des Authoren im Buch zu finden ist. Es besteht nur aus hunderten Abbildungen von mittelalterlichen Baustellen und Wekzeugen, alle ordnungsgemäß datiert und mit einer Quellenangabe versehen. Genau das macht den Reiz des Buches aus, es ist eine wahre Fundgrube für Werkzeuge, Handwerkszeug und Quellen.

Nichts zum lesen, aber super zum schnüffeln.

7,5 von 10 Schildkröten