Mittelalterliches Kochen goes Ying und Yang

Mahlzeit zusammen,

ich hab mit für unglaubliche 3 Euro ein neues Buch gekauft, daß  Hausbuch der Familie Cerutti.

Tolles Buch, wo Tätigkeiten und vor allem Lebensmittel in der Tradition der Humoralpathologie oder der Viersäftelehre beschrieben werden.

Nun Kochbücher aus dem Mittelalter kenne ich ja eher so:

Maurisches Huhn:

Man nehme ein Huhn und gare es wie es üblich ist. Dann bereite man die üblichen Gewürze auf die hergebrachte Weise. Dann verfeinere es so wie die Mauren es tun.

 Dies Buch ist jedoch erheblich anders. Es unterscheidet die Lebensmittel nach den Temperamneten, d.h das verschiedenen Lebensmitten Eigenschaften wie trocken, feucht, heiß und kalt zugeordnet werden. Diese wiederum sind den unterschiedlichen Temperamenten wie Sanguiniker und Phlegmatiker  zugerdnet sind und somit auch Ihre Wirkung auf die inneren Organe.. die Ebenfalls in Beziehung zueinander stehen.

Interessanterweise sind diesen Temperamenten auch Lebensalter zugeordet. So ist das Cholerische männlich und die zugeordnete Zeit ist das frühe Erwachsenenalter und der Geschmack bitter.

Eine ziemlich komplizierte Geschichte und in diesem Hausbuch wird recht detailiert darauf eingegangen, für welche Alters und Temperamentengruppe ein Lebensmittel zuträglich ist und wie die entsprechend durch Lebensmittel gesärkten Eigenschaften mit  anderen Eigenschaften gemildert werden können. Also ziemlich genau daß, was die Gesundheitsküche aus Asien auch propagiert. So ist Schweinefleisch ein feuchtes Lebensmittel, welches man am besten über offenem Feuer zubereitet, um dem Übermaß an Feuchtigkeit die Hitze des Feuers zuzufügen.

Wirklch eine interessante Sache und ich frage mich nun, ob sich mal jemand die Mühe gemacht hat, die unterschiedlichen spätmittelalterlichen Rezepte, mal auf diese Lehre hin zu untersuchen, zumal man ja im allgemeinen davon ausgeht, daß Kochbücher von Profis für Profis geschreiben wurden.  Und die entsprechnde kenntnis ja vorhanden sein sollte. Hat schon mal jemand ein Gericht bewußt nach der Säftelehre gekocht ?

Wen da jemand tiefere Kenntnisse hat freue ich mich über entsprechende Kommentare.

3 Comments

  1. Posted 18. Januar 2010 at 13:51 | Permalink

    Hab ich noch nie, würde auch ehrlich gesagt auch nicht wirklich auf die Idee kommen. Wenn ich ein Rezept koche, dann weil es mir auf irgendeine Weise interessant vor kommt (meistens Geschmacklich), aber nicht weil ich ein überholtes Medizinsystem ausprobieren möchte.

    Übrigens, als kleiner Ausflug: Auch in der “traditionellen Chinesischen Medizin” (deshalb in Anführungszeichen, weil die TCM gar nicht so traditionell ist, sondern unter Mao entwickelt wurde, um dem, durch die Kulturrevolution ausgelöstem, Ärztemangel entgegen zu treten), gibt es ähnliche Ansätze, wo bei dort die Speisen entweder dem Yin-Yang System oder den 5 Elementen zugeordnet werden: http://www.gesundheit.fuer-uns.de/index.php?menu=2&menu2=6

  2. admin
    Posted 19. Januar 2010 at 17:18 | Permalink

    Naja. Recht hast Du, aber mch für interessieren, ob die Rezepte automatisch richtig sind im Sinne der 4 Säfte Lehre

  3. Posted 19. Januar 2010 at 19:28 | Permalink

    mmh ja, ich sehe da jetzt (für mich) keine gesonderten Erkenntnisgewinn, da für mich die 4- Säftelehre mehr eine geschichtlich anekdotische Relevanz besitzt.

    Deswegen die Frage: Was wäre nun anders, wenn die Gerichte der 4- Säfte Lehre (nicht) korrekt entsprächen?

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