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Das Ascot des Mittelalters

Was Wimbledon für das Tennis und Ascot für Pferderennen, ist der Mittelalter Markt auf Burg Vondern für das Mittelalter.

Ich muss sagen es war der beste Markt der letzten Jahre. Ich kann nur die Kreativität loben, mit der die Darsteller das Mittelalter interpretiert haben.  Springerstiefel, Lederhosen, Schnürrhemden und schon ist ein vernünftiges mittelalterliches Ambiente geschaffen. Es war wirklich alles da,was man als Marktbesucher erwarten kann. Es gab Schotten, Ritter die sich große Mühe gegeben haben, das gesamte Mittelalter und darüber hinaus an einer Person zu zeigen. Herrliche ambientige Handwerkswaren aus allen Teilen Asiens.

Die Verpflegung war auch super, endlich mal wieder das geliebete Ritterfleisch und die Ritterwurst.

Einfach umwerfend ! Ich könnte weiter in Einzelheiten schwelgen, aber in meiner Begeisterung gebe ich nur mal ein paar Stichwörter. Und ich kann Euch sagen, von allem dem was ich aufzähle gab es mehr als Ihr Euch vorstellen könnt: Steckstühle, Holzschuhe, Ikea Möbel, Baumwollhemden, Leo Cabrone Outfits, Springerstiefel ( und wohl sehr in Mode weil super ambientig “Plastikclogs “), Turnschuhe, Lederhosen, Trinkhörner am Gürtel, verzinkte Kettenhemden, Emailekessel, Plastikkanister,  etc. etc. etc. etc.  Ich wußte in meiner Begeisterung schon gar nicht mehr wo ich zuerst hinschauen sollte. Dem Einfallsreichtum waren keine Grenzen gesetzt. Ich bin immer wieder erstaunt, was man mit 50 Euro Budget, einem alten Vorhang und 2 Schafsfellen nicht alles zaubern kann.  Wie machen die Leute das bloß ? Ich sehe in einem alten Vorhang aus den 50er Jahren nur Sperrmüll, aber eine Dame hat ein Kleid daraus gezaubert ! Spitzenklasse. Aus Büchern kopieren kann jeder, aber so was ist kreativ und so hätte es ja auch sein können. Das ist lebendiges Mittelalter ! Besonders gut gefallen haben mir ein Steckstuhl mit Zinnbeschlägen und der mit Schriftzeichen verzierte Steckstuhl eines Samurai Darstellers. Der absolute Hammer. Unglaublich kreativ war auch eine Lederschuppenrüstung, bei der die runden Seiten der Schuppen nach oben zeigten.  Einfach nur WOW !

Zu dem Lederschuppenträger sagte mein kleiner Sohn ( 2,5 ): “Da Papa, schau mal. Der Clown.” Ich habe Ihn natürlich sofort getadelt.

Leider mußte ich auch auf diesem Markt wieder ein paar Stinker mit Wendeschuhen und handgenähter Ausrüstung sehen, aber danke an die Orga, die hielten sich wirklich sehr sehr in Grenzen. Ich muss schon sagen ein super ambientiger Markt auf dem alle sicher viel Spass hatten. Dieses Kleinod der Mittelaltermärkte, gelegen an einer Straße ohne nennenswerte Parkmöglichkeiten, zwischen der A 42 und einer Güterbahnstrecke sollte durchaus weiter wachsen und viel populärer werden. Von den 6 Euro Eintritt war jeder Cent gut angelegt. Das westliche Ruhrgebiet ist eh die Krone des Reenactment, aber mit dem Markt auf Burg Vondern 2009, ist uns sie Spitzenposition in Deutschland nicht mehr zu nehmen. Wer schon Freienfels kreativ und ambientig findet, der war noch nicht in Oberhausen.

Das war auf der Homepage des Veranstalters zu lesen: Alle Mitwirkenden haben sich dem Hobby des “Reenactments”, was heißt: Geschichte live miterleben, verschrieben.”

Da bleibt mir nur noch, mein Trinkhorn aus dem Gürtel zu ziehen, es mit Met zu füllen und es mit einem lauten “Odin” auf den Veranstalter zu leeren.