29. Juli 2009
Liebe Fründe,
hier wieder eine Darstellung die von der Scene vergessen wurde.
Es geht um die Hübschlerin.
Ich gebe zu, das ist keine ganz leichte Darstellung. Sie erfordert einiges an körperlichem Einsatz, aber wir wollen es mal nicht übertreiben, denn die Darstellung hat einige Vorteile, die die Nachteile defintiv aufwiegen.
Zum einen ist die Anfertigung eines entsprechenden Kleides nicht wirklich aufwenig. Einzige Voraussetzung ist, daß es gelb ist. Gelb ist die Farbe der Damen des ältesten Gewerbes der Welt. Keine halbwegs anständige Frau im Mittelalter hätte je gelbe Kleidung getragen. Bei der Konstruktion der Kleidung sollte Frau darauf achten, daß es geschnürt ist. Es bring die körperlichen Vorteile zur Geltung und läßt sich leicht öffnen. Ein paar Glöckchen an den Füßen sind sicherlich auch hilfreich, um sich der Aufmersamkeit der Kundschaft sicher zu sein.
Auf eine wirklich authentische Auslegung der Darstellung möchte ich mal verzichten. Ich habe da Bilder von 140 Kilo schweren, stark behaarten Wikingern. Nach 8 Tagen Veranstaltung, Schweiß und Metgeruch ein nächtliches oo ooo Oooodin …puuh ich höre hier besser auf. Obwohl ! Man muß kein Zelt mit auf die Veranstaltung nehmen.
Also kommen wir zu den angenehmeren Seiten. Alle wissen, daß Hübschlerinnen vor allem in Badehäusern anwesend waren. Freier Eintritt, Kost und Logie in jedem Badezuber sollten selbstverständlich sein. Wer es nicht ganz so offenherzig mag, kann selbstverständlich ein Badekleid tragen ( gelbes Leinen ). Es gehört sich natürlich, die Badegäste zu unterhalten. Ein schönes Lied ist immer gut, egal ob man singen kann oder nicht. Aus dem Mittelalter gibt es schließlich auch keine Tonaufnahmen. Oder eine unterhaltsame Geschichte vom Ritter der sein Trinkhorn verloren hat oder so. Ihr fragt euch jetzt aber sicher immer noch , wie komme ich denn aus der Nummer mit dem "körperlichen Einsatz" raus.
Gaaanz einfach. Jeder geschichtlich gebildete Mensch weiß, daß der Schafrichter oft eine Hübschlerin geheiratet hat. Also ganz simpel. Auch hier nur Vorteile. Immer trockenes Holz, ein riesiges Arsenal an Peitschen und Ketten, immer neue Pelze. Was will Frau mehr. Da Hübschlerinnen ja nachweislich sehr starke und emanzipierte Frauen waren und weit herumgekommen sind, kann man die Darstellung herrlich kombinieren. Zur Zeit der Kreuzzüge wurde sich Bauchtänzerin anbieten. Eine Kunst die Sie bei den Heiden gelernt hat. Oder für das Spätmittelalter bietet sich Heilerin an. Massagen und Kräuter sind ja auch in jedem guten Badezuber.
Also eine nicht ganz leichte, aber hoch interessante Darstellung. Für alle die sich nun für diese Darstellung interessieren kann ich noch einen Tip geben. Recherche ist super einfach, es gibt da ziemlich gute Bücher wie:
"Die Wanderhure" und "Die Tochter der Wanderhure" und "Das Vermächtnis der Wanderhure" und "Der Mann der dem Nachbarn des Schneiders der Wanderhure das Pferd beschlagen hat "