Im Shop zu verkaufen habe ich eine Aquamanile und ich wurde gebeten zwei oder drei Zeilen zur Aquamanile zu schreiben.
Eine Aquamanile ist ein Gefäß zur Waschung der Hände.Logisch bei “manus” Hand udd “Aqua” Wasser. Diese Gefäße kommen wahrscheinlich aus de islamischen Bereich, entweder aus dem Nahen Osten, oder aus den islamisch besetzten Teilen Spaniens. Eine genauer Verbreitungsweg ist nicht bekannt. Erste Aquamanilen in Europa finden sich im 11 Jahrhundert, bei denen es sich, wie bei den islamischen Aquamanilen um Vögelfiguren handelt. Die Aquamanile diente in Europa zuerst liturgischen Zwecken, z.B wenn sich der Priester vor den Sakramneten die Hände Wusch. Zu jeder Aquamanile gehört auch eine Schale um das Wasser aufzufangen, aber meines Wissens gibt es kein Pärchen aus Aquamanile und Schale, daß sich eindeutig einander zuordenen läßt. Ab dem Hochmittelalter gehörten Aquamanilen auch zur ritterichen Tafel und dienten dort dem profanen Zweck, sich vor oder während des Essens die Hände waschen zu können. In der Formgebung dieser Zeit dominieren Löwen und Reiterfiguren. In das späte 13 Jahrhundert fällt auch die Mode, die herrschaftliche Tafel insofern zu kopieren, das Aquamanilen aus Keramik benutzt werden. Die Formen sind hier jedoch einfacher und Tierfiguren dominieren.
Im Spätmittelalter kommen Scenen aus der Mythologie oder allegroische Scenen hinzu, wie kämpfe mit Drachen oder die von mir eingestellte Aquamanile mit der Geschichte von Aristoteles und Phyllis.
Im konkreten Fall besagt die Geschichte, daß Aristoteles seinen Schüler Alexander den Großen vor der Gefährlichkeit der Frauen gewarnt hat. Alexander schenkte daraufhin seiner geliebten Phyllis weniger Aufmerksamkeit und die beleidigte Phyllis setze alles daran, den alternden Aristoteles um den Finger zu wickeln. Sie hatte so großen Erfolg, daß Aristoteles es zuließ, das sie ihm Zaumzeug anlegte und sich von Ihm wie ein Pferd druch die Gegend tragen ließ. Alexander beobachtete dieses unwürdige Schauspiel und war sich sofort bewußt, das sein Lehrer mit der Warnung recht hatte. Wie schön das alte Weisheiten auch heute noch gültig sind. Die Aquamanile spielt also auf diese legende an und warnt, wohl eher auf humorvolle Weise auf die Gefahr hin, die einem Mann von Frauen droht.
Das Original dieser Aquamanile ist im MET in Nex York zu sehen. Ihre Entstehungzeit liegt irgendwo zwischen 1360-1400 und wurde in den südlichen Niederlassen gegossen.
Wie die meisten Aquamanilen ist auch diese aus Bronze.
Objekte aus Silber oder gar Gold sind extrem seltene Einzelstücke.
Gegossen wird eine Aquamanile in der Technik des verlorenen Modells. Zuerst wird ein Wachsmodell des Objektes erstellt und mit Einguss Und Lüftungslöchern versehen. Um dieses Wachsmodell kommt die eigentlich Gussform. Das Wachs wird als förmlich ausgeschmolzen. Nach dem Guss sind beide formen zerstört, so daß jedes Teil ein Unikat ist. Nach dem Guss müssen die Giesreste und Schlacke entfernt werden udn die Bronze muss poliert werde.
Soviel in aller Kürze.
Weitere Informationen und viele Bilder bekommt Ihr in diesen Büchern.
